Internationaler Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher
unter dem bundesweiten Motto „VERÄNDERN, UM LEBEN ZU RETTEN!“ laden die/der
- Aidshilfe Essen e. V.
- Suchthilfe direkt Essen gGmbH
- BELLA DONNA – Verein zur Hilfe suchtmittelabhängiger Frauen Essen e.V.
- CVJM Essen e.V./CVJM Essen Sozialwerk gGmbH
zum Internationaler Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher am 21. Juli 2026 ein.
Der Drogentotengedenktag erinnert an die Menschen, die in 2025 infolge ihrer Drogenabhängigkeit verstorben sind. Zugleich wird an diesem Tag auf aktuelle Herausforderungen im Hilfesystem aufmerksam gemacht.
Der zunehmende Konsum von Crack stellt viele Städte vor große Herausforderungen. Die Substanz kann zu einer schnellen Entwicklung einer Abhängigkeit führen und bestehende gesundheitliche, psychische und soziale Problemlagen erheblich verschärfen. Besonders Menschen, die bereits von Armut, Wohnungslosigkeit oder Ausgrenzung betroffen sind, geraten dadurch häufig in einen Kreislauf aus instabilen Lebensverhältnissen, gesundheitlichen Krisen und dem Verlust sozialer Teilhabe. Sichtbare Verwahrlosung ist dabei nicht die Folge des Konsums allein, sondern Ausdruck einer komplexen Notlage, in der Suchterkrankung, fehlender Wohnraum und unzureichender Zugang zu Hilfsangeboten zusammenwirken.
Das diesjährige Motto stellt Maßnahmen in den Mittelpunkt, die dazu beitragen können, drogenbedingte Todesfälle zu reduzieren.
Aus Sicht der veranstaltenden Organisationen gehören hierzu:
→ Kommunale Frühwarnsysteme ermöglichen es, Trends und Veränderungen im Markt frühzeitig zu erkennen und gezielt zu reagieren. Durch enge Zusammenarbeit zwischen Gesundheitsämtern, Polizei und sozialen Einrichtungen kann schneller auf Veränderungen im Drogenkonsumverhalten reagiert und präventiv gehandelt werden
→ der niedrigschwellige Zugang zu dem Antidot Naloxon bei Opioid-Überdosierungen
→ Ausbau und flexibler Zugang zur Opioidsubstitutionstherapie (OST), die vielen Opioidabhängigen eine gesundheitliche sowie soziale Stabilisierung ermöglicht.
→ Drugchecking: Analysen von illegalen Substanzen auf Reinheit und gefährliche Zusatzstoffe, um Konsumenten vor hochdosierten oder verunreinigten Drogen zu warnen.
→ Drogenkonsumräume: Angemessene Anzahl an hygienischen und sicheren Räumlichkeiten, in denen Drogen unter Aufsicht konsumiert werden können, um das Übertragungsrisiko von Krankheiten zu minimieren und Notfallversorgung zu gewährleisten. Zugang für alle konsumentschlossenen Erwachsenen die sich in Essen aufhalten.
Alle Maßnahmen gelten als wichtige Bestandteile einer Schadensminderung. Diese zielen darauf ab, die negativen gesundheitlichen und sozialen Folgen des Drogenkonsums zu verringern.
Darüber hinaus soll am Gedenktag die Bedeutung einer bedarfsgerechten Hilfe in Form einer engen Zusammenarbeit zwischen dem Gesundheitswesen, dem spezifischen Hilfesystem und der Politik hervorgehoben werden.
Ziel muss sein, die Versorgung von Menschen mit einer Abhängigkeitserkrankung weiter zu verbessern und bestehende Zugangsbarrieren zur ambulanten Suchtkrankenhilfe abzubauen.
Die Gedenkveranstaltung findet am Dienstag, 21. Juli 2026, ab 13:00 Uhr auf dem Burgplatz vor dem Essener Dom statt.
Neben dem Gedenken an die Verstorbenen bietet die Veranstaltung Gelegenheit zur Information und zum Austausch über aktuelle Entwicklungen und notwendige Maßnahmen in der Drogenhilfe.
Foto: unsplash.com/Jonathan Gonzalez


